Evaluation Aktion 20.000

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Kunde/in

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

Zeitraum

August 2017 bis November 2019

Zielsetzung

Arbeitssuchende 50+ sind überdurchschnittlich oft von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Vor diesem Hintergrund wurde Ende Juni 2017 die Aktion 20.000 im Nationalrat beschlossen. Gefördert wurden zusätzliche, kollektivvertraglich entlohnte Beschäftigungsverhältnisse bei ArbeitgeberInnen aus dem öffentlichen und gemeinnützigen Sektor für Menschen über 50 Jahre, die seit mindestens einem Jahr beim AMS arbeitslos gemeldet sind. Mit 31.12.2017 wurde die österreichweite Umsetzung der Aktion 20.000 sistiert. Sämtliche zu diesem Zeitpunkt noch in Bearbeitung befindlichen oder zugesagten Förderungen wurden wie geplant bis zum 30.06.2019 realisiert. prospect wurde vom Sozialministerium mit der Evaluation der Aktion 20.000 beauftragt.

Im Zentrum der Evaluation standen folgende Analysen:

  • Implementation
  • Zielgruppenerreichung
  • Abbruchsrisiken
  • Bewertung durch Teilnehmende
  • Arbeitsmarktpositionierung nach Förderende

Methodisch kamen quantitative und qualitative Erhebungs- und Analyseverfahren zum Einsatz.

Zentrale Studienergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass arbeitslose Personen über 50, ganz besonders aber jene über 55, deutlicher Altersdiskriminierung ausgesetzt sind. Förderdauer und Förderhöhe in der Aktion 20.000 waren ausreichend hoch, um dieser Diskriminierung zu begegnen. Gleichzeitig gelang es, Betroffenen, die die Hoffnung auf eine Stelle vielfach schon aufgegeben hatten, wieder eine Perspektive zu eröffnen. Dies gelang, weil durch die Aktion 20.000

  • längerfristige Dienstverhältnisse auf sehr unterschiedlichen Niveaus angeboten werden konnten.
  • durch das AMS ein sehr präzises „Matching“ von Anforderungen der Stellen und Leistungsprofile der Personen umgesetzt wurde und
  • auch DienstgeberInnen in der Stellenbesetzung neue Wege gingen.

Mit zunehmendem Alter wird das Leistungsprofil von Personen spezifischer und die kollektivvertragliche Einstufung höher: es müssen daher Arbeitsplätze gefunden werden, die die vorhandenen Erfahrungen abrufen und den gesundheitlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Ist dies nicht möglich, bieten sich individuell sinnstiftende alternative Beschäftigungsfelder an.

Für den überwiegenden Teil der Geförderten gelang dies. So konnten besonders benachteiligte Personen unterstützt werden, die mit den bisher bestehenden Angeboten nicht ausreichend erreicht wurden.

  • Insgesamt wurden mit der Aktion 20.000 zwischen 01.07.2017 und 30.06.2019 3.824 Personen erreicht. Die geförderten Personen waren davor im Durchschnitt 2,8 Jahre arbeitslos, 42% der Geförderten waren Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 54,6 Jahre.
  • Die geförderten Dienstverhältnisse dauerten durchschnittlich 1,3 Jahre. Lediglich 20% der Geförderten brachen ihr Dienstverhältnis vorzeitig ab. Als Grund wurden dafür hauptsächlich gesundheitliche oder arbeitsplatzbezogene Probleme genannt.
  • 31,7% aller TeilnehmerInnen sind drei Monate nach dem Ende der Aktion 20.000 in nicht geförderter Beschäftigung, 60% davon beim selben Arbeitgeber wie im Förderprojekt.
  • Personen mit maximal Pflichtschulabschluss können im gleichen Ausmaß wie AkademikerInnen profitieren: nach Projektteilnahme sind sie in 30% der Fälle in nicht geförderter Beschäftigung.
  • Positiv hervorzuheben ist auch, dass 26% der Personen, die vor der Förderung fünf Jahre oder länger arbeitslos waren, nach einer Teilnahme in nicht geförderter Beschäftigung sind.
  • Die Aktion 20.000 wird sowohl von TeilnehmerInnen als auch von AbbrecherInnen sehr positiv bewertet: Mehr als 90% stimmen der Aussage „Ich war begeistert, endlich wieder arbeiten zu können“ zu. Mehr als die Hälfte (52%) hatte sich vor der Teilnahme an der Aktion 20.000 schon damit abgefunden, keine Stelle mehr zu finden.
  • 94% der Befragten geben an, dass die Tätigkeit im Rahmen der Aktion 20.000 einen Nutzen für die Allgemeinheit hatte. 91% empfanden ihre Tätigkeit im Projekt als sinnvoll.
  • Die Zielgruppe der Aktion 20.000 ist sehr heterogen und umfasst sowohl Personen, die lediglich aufgrund bestehender Altersdiskriminierung keinen Anschluss am Arbeitsmarkt finden, als auch Personen mit teilweise deutlichen gesundheitlichen Einschränkungen. Daher sind eine differenzierte Wahrnehmung der Personengruppe und möglichst individuell angepasste Angebote notwendig.

Nähere Informationen

Download Evaluation Aktion 20.000 Langfassung prospect

Download Evaluation Aktion 20.000 Management Summary prospect

Download Evaluation Aktion 20.000 Infografik prospect

Fähigkeiten

Gepostet am

30. November 2019

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