Die größte Gruppe der arbeitsuchend Vorgemerkten beim AMS (Dezember 2017: 45%) hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Chancen dieser Menschen, am Arbeitsmarkt nachhaltig Fuß zu fassen sinken mit jedem zusätzlichen Lebensjahr. Bedarfsorientierte Qualifizierung kann Schutz gegen Arbeitslosigkeit bieten.

Das von prospect gemeinsam mit dem ibw und öibf im Auftrag des AMS entwickelte modulare Qualifizierungsmodell „Kompetenz mit System“ bietet diesen Personen die Möglichkeit, in mehreren kürzeren Schulungseinheiten verbunden mit betrieblicher Praxis einen Lehrabschluss nachzuholen. Denn es gibt verschiedenste Gründe, warum in der Jugend kein formaler Bildungsabschluss erworben wurde: Zeitliche und finanzielle Einschränkungen aufgrund früher Elternschaft zum Beispiel, geringes Selbstvertrauen, vielleicht auch schlechte Erfahrungen in der Schule.

Lehrausbildung außerhalb des linearen dualen Systems

„Kompetenz mit System“ orientiert sich an der Lebensrealität dieser Personengruppe und berücksichtigt auch bruchstückhaft vorhandene Kompetenzen. Diese werden durch passende Bildungsbausteine ergänzt, um in mehreren Phasen – etwa auch in Zeiten von Arbeitslosigkeit – verlässlich auf den Außerordentlichen Lehrabschluss vorzubereiten.

Kompetenzmatrix mit Zielkompetenzen

Derzeit steht für 16 Lehrberufe eine eigens entwickelte Kompetenzmatrix zur Verfügung. Diese beschreibt alle Kompetenzen, die das jeweilige Berufsbild umfasst, nachvollziehbar.

Die Zielkompetenzen sind für jeden Lehrberuf in drei Ebenen untergliedert und beschrieben – angelehnt an den Nationalen Qualifizierungsrahmen (NQR).

KmS berücksichtigt bereits Vorhandenes

Die KmS-Matrix hilft Arbeitsuchenden durch die berufspraktische Beschreibung der Inhalte des Berufsbildes zu erkennen, welche Kompetenzen sie bereits haben – beispielsweise aus beruflicher Praxis oder aus früheren Schulungen. Und die Matrix hilft vor allem auch dabei, festzustellen, welche Kompetenzen für einen Lehrabschluss noch erworben werden müssen.

Auf dieser Grundlage kann arbeitslosen Menschen eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse und die bereits vorhandenen Kompetenzen abgestimmte Weiterbildung angeboten werden. Eine erwachsenengerechte, weil kompetenzorientierte Gestaltung des Qualifizierungsprozesses erhöht die Chance, dass dieses Angebot auch angenommen und erfolgreich abgeschlossen wird.

KmS – Vorteile für alle

KmS ist ein flexibles, die Berufserfahrung berücksichtigendes System. Mit der Umsetzung von KmS sollen PflichtschulabsolventInnen im Erwachsenenalter zielsicher auf einen außerordentlichen Lehrabschluss und in der Folge auf einen entsprechenden Arbeitsplatz vorbereitet werden. Unternehmen sollen so Fachkräfte zur Verfügung stehen, die wirklich berufliche Handlungskompetenz entwickelt haben.

Zur Projektbeschreibung

Bildquelle: © Thomas Reimer/fotolia

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