Evaluation der AUVA-Präventionsmaßnahme „Arbeitsplatz Straße“
prospect evaluierte die AUVA-Präventionsmaßnahme „Arbeitsplatz Straße“, in deren Rahmen Fahrsicherheitstrainings für Berufskraftfahrer:innen gefördert werden. Untersucht wurde, wie die Teilnehmer:innen die Trainings bewerten, welche Lerneffekte sie wahrnehmen und inwieweit sich Hinweise auf Veränderungen im Fahrverhalten zeigen. Grundlage war eine Online-Befragung zu drei Zeitpunkten.
AUVA
ÖAMTC
abgeschlossen
Empirische Untersuchung der AUVA-Fahrsicherheitstrainings
Die AUVA führt seit 1987 die Präventionsmaßnahme „Arbeitsplatz Straße“ durch. Ziel ist es, durch Fahrsicherheitstrainings die Anzahl verkehrsbedingter Arbeitsunfälle in Österreich zu senken. Die Trainings richten sich an Lenker:innen von Pkw, Lkw und Bussen und verbinden theoretische Inhalte zur Fahrphysik mit praktischen Übungen, etwa zu Bremsen, Kurvenfahren, Ausweichen, Schleudern oder dem Fahren auf simulierten Schnee- und Eisflächen.
Ziel war es, empirisch zu untersuchen, welche Wirkungen die geförderten Fahrsicherheitstrainings erzielen. Im Mittelpunkt standen die Zufriedenheit der Teilnehmer:innen, wahrgenommene Lernzuwächse sowie Hinweise darauf, ob die Trainings zu sicherheitsrelevanten Veränderungen im Fahrverhalten beitragen können.
Befragungsdesign und zentrale Evaluationsergebnisse
prospect entwickelte und realisierte ein quantitatives Evaluationsdesign in Form einer Panel-Online-Befragung. Die Teilnehmer:innen wurden zu drei Zeitpunkten (vor dem Training, direkt nach dem Training und drei Monate später) befragt. Der Fragebogen kombinierte wiederkehrende Fragen zu Fahrkönnen, Fahrstil und sicherheitsbezogenen Einschätzungen mit modulspezifischen Fragen zu Trainingserfahrung, Lerneffekten und Anwendbarkeit der Inhalte.
Die Evaluation zeigt positive Effekte auf Reaktions- und Lernebene. Die Teilnehmer:innen bewerteten die Trainings und Trainer:innen sehr positiv; besonders der Praxisteil wurde hervorgehoben. Viele Befragte gaben zudem an, die Grenzen ihres Fahrzeugs besser einschätzen und riskante Situationen besser bewältigen zu können. Auch beim selbsteingeschätzten Fahrkönnen sowie bei sicherheitsbezogenen Dimensionen des Fahrverhaltens zeigten sich im Beobachtungszeitraum positive Veränderungen. Im Follow-up berichteten die Teilnehmer:innen außerdem mehrheitlich, Inhalte aus dem praktischen Teil im Straßenverkehr anwenden zu können; ein beträchtlicher Teil gab an, durch das Training insgesamt vorsichtiger geworden zu sein.